"......erzählte Walter wann und wie sie nach Litauen kamen. „Herta und ich heißen Saurin, ich bin 13, und Herta ist 11 Jahre alt. Wir kommen aus Gumbinnen, die Stadt heißt jetzt ,Gusev'. Unsere Eltern leben nicht mehr. Mein Vater war einfacher Soldat und ist an der Ostfront bei Charkow gefallen, meine Mutter wurde beim Einmarsch der Russen von den russischen Soldaten getötet. Wir sind zu unserer Großmutter aufs Land geflüchtet. Im letzten Winter ist unsere Großmutter an Hunger, Kälte und Erschöpfung verstorben. Mit Hilfe einiger alten Nachbarn haben wir sie bestattet. Nirgendwo bekamen wir etwas zu essen. Eine Nachbarin sagte zu uns: ,Kinderchen, wenn ihr am Leben bleiben wollt, müßt ihr nach Litauen rüber. Die Litauer mögen uns Deutsche nicht so recht, aber es sind herzensgute und gläubige Menschen, die euch nicht verhungern lassen. Du Walter bist schon ein großer Junge, nimm dein Schwesterchen Herta bei der Hand, und verschwindet von hier, geht rüber nach Litauen."
Auszug aus dem Buch „Edeltraut - Ramute. Wie ein „Wolfskind" in Litauen." von Richard L. Neu, erschienen 2007 im Verlag H. M. Hauschild GmbH, Bremen, ISBN-Nr. 978-3-89757-358-1, S. 45:
Balten\Wolfskinder\Patenschaft 2007-05-16 Buchauszug Var. 2.doc BR