Aufruf des Herrn von Stetten

Schloß Stetten, 23. Mai 2007

Balten\WoKi\Patenschafl 2007-05-16.doc BR/Sl

Patenschaft für „Wolfskinder"

Sehr geehrte Damen und Herren

seit 1992 kümmere ich mich um die „Wolfskinder" in Litauen. Dies sind Kinder, die in den Kriegs- und Nachkriegswirren aus Ostpreußen verschleppt wurden oder nach Litauen flohen, beziehungsweise sich dorthin verirrten. Sie waren damals zwischen nur wenigen Jahren bis zu zehn oder zwölf Jahre alt. Säuglinge und Kleinkinder wurden von ihren Geschwistern mitgenommen. Allen gemeinsam ist, dass sie ihre Eltern verloren haben, weil diese erschossen, erschlagen, erfroren oder verhungert sind. Die „Wolfskinder" versteckten sich tagsüber in den Wäldern, um nicht aufgegriffen zu werden. Nachts bettelten oder suchten sie nach Nahrungsmitteln während in den Wäldern die Wölfe heulten, daher auch der Name „Wolfskinder".

Litauern war es verboten, „Faschistenkinder" aufzunehmen. Wenn sie dies dennoch taten, liefen sie Gefahr bestraft zu werden. Deshalb verboten sie den Kindern, insofern diese sprechen konnten, deutsch zu reden. Die „Wolfskmder" mussten ihr Deutschtum verleugnen.

In meiner Eigenschaft als Vorsitzender der Deutsch-Baltischen-Parlamentariergruppe lernte ich 1992 den Verein „Edelweiß" mit circa 300 Mitgliedern kennen. Wir konnten den „Wolfskindern" über eigene Spenden und Sammlungen im Freundeskreis, unter anderem im Rotary Club, materiell Hilfe leisten. Es gelang auch vielen zu helfen, die deutsche Staats­bürgerschaft wiederzuerlangen und ihnen die Ausreise nach Deutschland zu ermöglichen. Übrig geblieben sind aber noch 95 „Wolfskinder", die heute zwischen 65 und 75 Jahre alt sind und den Sprung nach Deutschland nicht geschafft haben. Die Gründe sind vielschichtig. Teilweise hatten sie nicht die Kraft und das Können, die umfangreichen, komplizierten Anträge auszufüllen. Viele von ihnen können auch heute aus Mangel an psychischer und physischer Kraft noch kein Deutsch. Sie haben es entweder nie gelernt oder es wurde ihnen ausgetrieben und sie sind jetzt zu müde es zu lernen. Teilweise wollen und können sie auch ihre litauische Familie nicht verlassen.

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Im September letzten Jahres hatte ich eine Gruppe von 40 dieser „Wolfskinder" für eine Woche nach Deutschland eingeladen. Die meisten waren noch nie hier gewesen. Bei einer Reise mit dem Rotary Club Bad Mergentheim nach Litauen im April diesen Jahres habe ich sie wieder gesehen. Sie leben letztlich in erbärmlichen Verhältnissen und es ist eine Schande für den deutschen Staat, dass es trotz aller Anstrengungen nicht gelungen ist, diesen Menschen eine kleine Rente zuzusprechen. Diese nicht einmal hundert Menschen verlieren auch nach 62 Jahren noch immer den Krieg, fühlen sich verraten, verlassen und letztlich vom Vaterland vergessen. Der Gesundheitszustand vieler ist schlecht, die Lebenserwartungen sind nicht sehr hoch.

Das alles vorausgeschickt, möchte ich noch einmal eine große Hilfsaktion für diese wenigen Deutschen in Litauen starten und Sie um Mithilfe bitten, damit die „Wolfskinder" wenigstens das Gefühl haben, dass in Deutschland noch an sie gedacht wird.

Ich weiß, dass Sie sich alle in vielfältiger Weise sozial engagieren. Dennoch wäre ich dankbar, wenn Sie oder befreundete Firmen oder Vereine, denen Sie angehören, darüber nachdenken würden, eine Patenschaft in Höhe von 35,00 EUR pro Monat - das sind rund 100 Litas in Litauen - oder eine einmalige Spende zu übernehmen. 19 Patenschaften (20 %) übernehme ich über mein Umfeld. Vielleicht schaffen wir die anderen 76 Patenschaften.

Ich versichere Ihnen, dass kein Cent Ihrer Spenden für Verwaltungs- oder Reisekosten und für sonstige Spesen abgezogen wird, sondern alles 1:1 die Empfänger erreicht.

Für Ihre Überlegungen zur Mithilfe bedanke ich mich und verbleibe für heute mit besten Grüßen

Wolfgang v. Stetten

P.S.:  Ihre Spende oder Patenschaft ist steuerlich verwertbar, entweder als Abzug für eine Spende für den gemeinnützigen Deutsch-Baltischen Parlamentarischen Freundeskreis e. V. Berlin, Kto. 19 00 23 44 bei der Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, oder als Zustiftung für die Stauder-Stiftung Künzelsau-Schloß Stetten, Kto. 54 31 416 bei der Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart, BLZ 600 501 01.

Anlage

Antwortkarte        

 

Antwortkarte

Spenden für die „Wolfskinder" in Litauen

[   l      Ich bin bereit..................... Patenschaft/en für..................... Jahre (jederzeit widerruflich) für ein

„Wolfskind" in Litauen zu übernehmen und dafür.......... EUR monatlich

zu spenden.

Ich bin bereit eine einmalige Spende in der Höhe von.......... EUR zu leisten.

l   |      Ich möchte die Adresse des „Patenkindes".

Ich überweise das Geld unter dem Stichwort „Wolfskinder" auf das Konto des Deutsch-Baltischen Parlamentarischen Freundeskreis e. V., Berlin: Kto. 19 00 23 44 bei der Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98, und möchte eine entsprechende Spendenbescheinigung.

l   j      Ich überweise das Geld unter dem Stichwort „Wolfskinder" auf das Konto der Stauder-Stiftung, Künzelsau-Schloß Stetten:

Kto. 54 31 416 bei der Landesbank Baden-Württemberg Stuttgart, BLZ 600 501 01, als Zustiftung und möchte eine entsprechende Bescheinigung.

Vorname Name:
Ggf. Firma:
Straße:
PLZ Ort:
Telefon:
Telefax:
Datum Unterschrift

 


An das

Sekretariat Dr. Wolfgang Frhr. v. Stetten

Stichwort „Wolfskinder"

Schloß Stetten

74653 Künzelsau

oder an Telefax-Nr.: 07940/55389

 

                           Balten\WoKi\Patenschaft 2007-05-16 AK.doc St

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