Hintergrund

 
Foto von der Gründungsbesprechung im Juli 2007
Rechts: Dr. Reinhold Hemker, Links: Harry Hinz
 
Der gemeinsame Bezugspunkt, der alle Aktiven in den Stasiopfer Selbsthilfegruppen eint, ist die Betroffenheit. Wir alle waren, in ganz unterschiedlichem Ausmaß, betroffen von Gefangennahme, Gewalt und der Einschränkung unserer unveräußerlichen Menschenrechte. Für jeden von uns begann der Weg in eine Stasiopfer Selbsthilfegruppe so mit unserer eigenen politischen Inhaftierung. Einzelne Betroffene berichten Ihnen hierüber im Bereich Wir über uns.
 
Nach meiner eigenen Gefangenschaft, so Harry Hinz, Mitinitiator des Netzwerkes, habe ich das Versprechen mit in den Westen genommen, die Kameraden die den „Großen Knast“, die DDR, nicht verlassen durften, keinesfalls zu vergessen.
 
Als Hintergrund erzählt daher Harry Hinz von seinem Weg als Stasiopfer: „Zur Zeit des Wechsels von Erich Honecker zu Egon Krenz hatte ich Besuch von einem Kameraden aus dem Großraum Leipzig. Bei einer Flasche Sekt feierten wir die Inhaftierung von Honecker.
 
Frau Annegreth Stephan, zu der Zeit Leiterin der Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg. Frau Stephan, ihre Mitarbeiterin Frau Jerratsch sowie später auch Herr Möbius, jetziger Leiter der Gedenkstätte, haben mir jeweils sehr geholfen.
Frau Annegreth Stephan hat vor allem Versucht durch Seminare und Schulungen versucht positiven Einfluß auf Gutachter und Mirarbeiter der Versorgungsämter zu nehmen.
Was teilweise auch gerechte Urteile für die Betroffenen gebracht hat.
Was aber leider auch nicht immer sehr lange angehalten hat.
Was negative Beispiele belegen.
 
Insbesondere Frau Jerratsch hat mich bei meinem Vorhaben, die Hilfe die ich erhalten habe, an andere Betroffene weiterzugeben, bestärkt und unterstützt. Nach langem Bemühen erhielt ich im Jahre 2004, nach 12 Jahren Kampf, meine Erwerbsunfähigkeitsrente auf Dauer. Überaus wichtig war in diesem Zusammenhang ein Gutachten von Dr. med. Hilger von der Tannenhof-Stiftung  in Remscheid. Nach einer anschließenden, erfolgreichen Petition erhielt ich dann endlich auch meine gesundheitliche Entschädigung zugesprochen. Hierfür interessierten sich auch die lokalen Medien. So kam es zu einigen Berichten.
Auf diese Berichte hin meldeten sich erste Betroffene, denen ich nun meinerseits, mit Hilfe von Mitarbeitern der oben erwähnten Gedenkstätte, zu helfen versuchte.
 
Bei den zwei Petitionsanhörungen war Herr MdL Wolfgang Kölker (CDU) aus dem nordrhein-westfälischen Recke in seiner Funktion als Landtagsabgeordneter anwesend. Er setzte sich damals für mich und anschließend als Unterstützer und Anreizgeber für die Belange anderer Betroffener ein. Auch auf seine Veranlassung hin wurde ich am 07. Februar 2007 vom Petitionsreferat angerufen und mir wurde Unterstützung im Sinne einer Betroffenenbetreuung zugesagt.
 
Ab Herbst 2006, ausgelöst durch Presseberichte über „Üppige Rentenerhöhungen und Nachzahlungen für DDR-Topverdiener“ und eine erneute Diskussion einer Opferpension, begann ich einen regen Schriftverkehr mit politischen Amts- und Mandatsträgern. Ich schrieb alleine 82 Einschreiben mit Rückschein, Etliches an Normalporto sowie unzählige Emails. Ich führte zahlreiche Telefongespräche und traf mich mit einigen Bundestagabgeordneten. Zeitweilig beriet oder betreute ich Betroffene im gesamten Bundesgebiet sowie in europäischen und außereuropäischen Staaten. In Gesprächen mit Betroffenen oder Unterstützern wuchs der Gedanke, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Vielfach wurde mir die Frage gestellt: Wie können wir mithelfen?
 
Unser Netzwerk möchte nun die Möglichkeit zur Mithilfe und Mitarbeit bieten.
Mitinitiator ist der Bundestagsabgeordnete Dr.Reinhold Hemker (SPD), Wahlkreis Steinfurt.
 

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