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Presse
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Lieberknecht: Wir dürfen die Opfer der SED-Diktatur nie vergessen//17.06.10
Bei der Drewag gibt's einen Otto-Grotewohl-Saal SED-Mitbegründer wird in Dresden noch geehrt//01.06.10
Von CLAUDIA LORD
Man könnte es Ostalgie nennen. Doch eigentlich muss man fragen: Wer hat denn hier gepennt? Ausgerechnet das Stadtplanungsamt lud gestern Abend zur Bürgerversammlung (Thema: „Hechtviertel“) in den Otto-Grotewohl-Saal.
Ja, richtig gelesen. Den alten Grotewohl-Saal im Drewag-Gelände an der Lößnitzstraße gibt es (noch)!
Obwohl Anfang der 90er Jahre fast alle Straßen, Plätze, Brücken und Schulen mit sozialistischer Vergangenheit per Stadtratsbeschluss umbenannt wurden, lebt das Gedenken des SED-Mitbegründers Grotewohl fort.
Ortsbegehung. Ein dreckig-braunes dreistöckiges Gebäude in der Neustadt. Im Obergeschoss: Der ca. 500 qm große Saal - eine Zeitkapsel, die nach DDR aussieht und riecht!
90 rote Stühle, graue Netzgardinen vor abgeblätterten Fensterbänken, angestaubte gelbe Samtvorhänge. Hinter der Bühne liegt zwischen Gerümpel eine Ausgabe der FDGB-Zeitung „Tribüne“ vom September 1972 (kein Witz!)
Warum die Stadt in so einen Saal lädt? „Wir werden die Namensgebung nicht kommentieren, da die Drewag das in eigener Verantwortung entscheidet“, heißt es aus dem Rathaus. Doch die Drewag gehört zu 90 % der Stadt. Und die übernahm den Saal-Namen auch ohne zu Zucken auf der eigenen Internetseite „dresden.de“.
Zuletzt geändert am: 01.06.2010 um 16:42
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