Aktuelles
Hier erfahren Sie aktuelle Nachrichten rund um das Thema Selbsthilfegruppen für Stasiopfer.
Auf dieser Seite finden Sie in Zukunft alles was es Aktuell gibt mit Interesse für SED- und Stasiopfer.
Siehe Terminhinweise für Veranstaltungen gleich welcher Art, einiges was es aus den Medien gibt mit
Interesse für SED-und Stasiopfer, auch Presseartikel.
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DDR als Billiglohnland für den Westen
Bis zum Mauerfall 1989 nutzten viele West-Firmen das niedrige Lohnniveau in der DDR und erzielten dadurch große Gewinne. Aus Profitinteresse wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt.
Die Vorwürfe gegen den Möbelhersteller Ikea, DDR-Zwangsarbeiter hätten jahrelang für den schwedischen Konzern geschuftet, brachten den Stein ins Rollen. Anfang Mai (02.05.2012) hatte der schwedische Fernsehsender SVT einen Bericht ausgestrahlt, in dem auch ehemalige DDR-Häftlinge zu Wort kamen. Demnach sollen bis zum Mauerfall 1989 in ostdeutschen Gefängnissen Ikea-Möbel hergestellt worden sein, auch von politischen Gefangenen. Zwangsarbeit in Ostdeutschland für einen westlichen Konzern. Kein Einzelfall, sondern gängige Praxis, von der auch viele deutsche Firmen profitierten. Denn in der DDR waren alle Gefangenen zur Arbeit verpflichtet.
Debatte um Entschädigung für DDR-Häftlingsarbeit
Der Stasi-Bundesbeauftragte Roland Jahn hat von deutschen Firmen Aufklärung darüber verlangt, ob sie vor 1989 von DDR-Häftlingsarbeit profitiert haben.
„Ich würde es begrüßen, wenn westliche und vor allem bundesdeutsche Unternehmen, die in der DDR produzieren ließen, für Transparenz sorgen würden“, sagte Jahn dem Magazin „Focus“. Seine Behörde stehe für Recherchen zur Verfügung.
Beratungstage für SED-Opfer
Sehr geehrte Damen und Herren,
auch in diesem Jahr werden wir wieder Beratungstage für Verfolgte des SBZ/DDR-Regimes durchführen, und zwar
am 30. Mai 2012 in Goslar im Kreishaus und
am 26. September 2012 in Osnabrück im Rathaus.
Aus hiesiger Sicht ist es sehr wichtig, dass auch Vertreter der in Niedersachsen organisierten Opferverbände, bzw.des Nds. Netzwerks für SED-und Stasi-Opfer als selbst Betroffene an den Beratungen teilnehmen, um die Veranstaltungen mit ihrer Fachkompetenz zu unterstützen. Ich würde mich deshalb freuen, wenn es uns gelänge, zu jedem Termin jeweils einen Ansprechpartner aus Ihrem Kreis dabei zu haben.
Für eine kurze Rückmeldung ob und wann Ihnen eine Teilnahme möglich wäre, bedanke ich mich im voraus. Auch für organisatorische Fragen stehe ich selbstverständlich gern zur Verfügung. Die endgültige Planung, wer an welchem Termin teilnimmt, werde ich Ihnen dann zeitnah übersenden.
Mit freundlichen Grüßen
Karin Nitsch
Niedersächsisches Ministerium für Inneres und Sport
Referat A 12
fon: 0511/120 - 46 64
fax: 0511/120 - 99-46 64
e-mail: karin.nitsch@mi.niedersachsen.de
Die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann plädiert für eine neue Aufarbeitung des DDR-Unrechts: Erst dann sei Versöhnung möglich
DIE ZEIT: Frau Junkermann, war die DDR ein Unrechtsstaat?
Ilse Junkermann: Ja, ohne Zweifel. Sie kannte keine Gewaltenteilung. Sie hat im Rahmen ihres Rechts Recht gesprochen, das nicht auf demokratischem Weg zustande gekommen ist. Die bürgerlichen Rechte waren massiv eingeschränkt.
"Ohne die Häftlingsarbeit hätte der Plan nicht erfüllt werden können"
Ikea-Möbel aus dem Osten: Forscher bestätigt den umfangreichen Einsatz von Zwangsarbeitern in der DDR
Steffen Alisch im Gespräch mit Frank Meyer
Viele West-Firmen wie Ikea ließen im Billiglohnland DDR produzieren - und "wenn sie sich interessiert hätten, dann hätten sie auch feststellen können, dass oft Häftlinge diese Arbeiten getan haben", sagt der Politologe Steffen Alisch. Er fordert einen offeneren Umgang mit der Zwangsarbeit in der DDR.
Ex-Stasi-Leute - «Die Gesetzesänderung war dumm»
Der Streit um die Tätigkeit der ehemaligen Stasi-Mitarbeiter in der Stasi-Unterlagen-Behörde ist so alt wie die Amtszeit des aktuellen Behörden-Leiters Roland Jahn. Der schafft es allerdings nicht, sich von ihnen zu trennen. Gut vier Monate nach Inkrafttreten des neuen Stasi-Unterlagen-Gesetzes sind immer noch 44 Ex-Stasi-Leute in der Behörde beschäftigt. Das Gesetz besagt, dass dort niemand arbeiten darf, der zuvor in Diensten des Ministeriums für Staatssicherheit stand. Aus Angst vor Klagen verzichtet die Behörden-Leitung auf Zwang.
Ex-Stasi-Mitarbeiter zieht Antrag gegen Stellenbesetzung in Jahn-Behörde zurück
Ein Antrag auf einstweilige Verfügung vor dem Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg gegen eine Stellenbesetzung in der Stasi-Unterlagenbehörde ist heute kurz vor der Verhandlung zurückgenommen worden. Der Kläger, ein früherer Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit, wollte mit der einstweilligen Verfügung die Neubesetzung der Stelle des Leiters des Haussicherungsdienstes in der Stasi-Unterlagenbehörde mit einem externen Bewerber verhindern.
Kicken, wenn die Stasi wegkuckt
Weil sie die falsche Musik hörten und die falschen Sachen trugen, wurden Punks von der DDR-Staatsmacht überwacht. Doch manchmal versagte der sonst so zuverlässige Überwachungsapparat, wie bei einem legendären Fußballspiel 1983 in Weimar.
Das kleine, aber tüchtige Völkchen der Thüringer war ein ausgesprochenes Volk des Sports. So ist nicht verwunderlich, dass sich der Fußball auch in der grundlangweiligen Arbeiter- und Bauerndiktatur Geltung verschaffte. Der Fußballsport mit der ganzen Fülle seiner unaufhaltsamen Energie. Ich habe mal irgendwo gelesen, es gibt Leute, die nichts mit Ernst bestreiten, ausgenommen das Spiel.
Befehle von Stasi-Mielke kommen ins Internet
Die Stasi-Unterlagenbehörde will ihren Digitalisierungskurs forcieren. Ab 2014 wolle man zum Beispiel alle zentralen Befehle und Weisungen der Stasi-Minister zwischen 1950 und 1989 ins Internet einspeisen, kündigte Birgit Salamon heute bei einem Besuch in der Außenstelle Dresden an – sie ist Abteilungsleiterin für Archivwesen beim Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) in Berlin.
Auch andere Stasi-Akten werde man nach und nach einscannen und dann von Fall zu Fall entscheiden, ob sie auch im Internet zugänglich gemacht werden können. Ein Hintergrund dafür ist das wieder steigende Interesse an den Stasiakten. Und: „Immer mehr Antragssteller wollen ihre Stasi-Unterlagen in elektronischer Form zugeschickt bekommen“, erklärte Konrad Felber, BStU-Außenstellenleiter in Dresden.
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier - „Grass verhöhnt Opfer der SED-Diktatur“
Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat Literaturnobelpreisträgers Günter Grass wegen dessen fortgesetzter Israel-Kritik in einem offenen Brief scharf angegriffen.
Der CDU-Politiker reagierte damit auf den Vergleich des Schriftstellers von Israel mit der DDR-Diktatur.
Heideblick will Expertenrat zur Auswertung von Stasi-Auskünften
Gemeindevertreter laden Fachleute zur Sitzung ein
Heideblick Die Gemeindevertreter von Heideblick werden sich auf ihrer nächsten Sitzung am 16. April ausführlich mit dem Umgang von Unterlagen der Stasi-Untersuchungsbehörde befassen.
SED, PDS und die Linke - Der Aufstieg der Gesine Lötzsch
Eigentlich wollte sie sich noch einmal zur Wahl stellen. Jetzt ist Gesine Lötzsch überraschend als Linke-Chefin zurückgetreten. Nach ihrem harten Aufstieg ist ihr diese Entscheidung sicherlich nicht leicht gefallen.
IM-Vergangenheit: Linken-Abgeordnete Leukefeld nicht mehr "parlamentsunwürdig"
Der Thüringer Landtag hat die Vergangenheit der Linken-Abgeordneten Ina Leukefeld als Inoffizielle Mitarbeiterin der Stasi neu bewertet. Nach Informationen des MDR THÜRINGEN hat die Stasi-Kommission des Landtags die Einzelfallprüfung von Leukefeld ergebnislos eingestellt - das heißt, dass die Suhler Abgeordnete anders als bei der ersten Prüfung vor sechs Jahren diesmal nicht als "parlamentsunwürdig" eingestuft wird.
Stasi-Überprüfung: Leukefeld nicht mehr "unwürdig"
Die Landtagskommission zur Überprüfung der Thüringer Abgeordneten auf eine mögliche Stasi-Vergangenheit hat nach einem MDR-Bericht eine Jahre zurückliegende Entscheidung korrigiert.
Schul Kino Wochen NRW 2012

Schüler des Berufskollegs Schloß Neuhaus,
Herr G. Kröger Leiter des Kreismedienzentrums Paderborn
und Harry Hinz Zeitzeuge u. Vorsitzender Netzwerk Stasiopfer Selbsthilfe e.V.
Wenn nichts mehr geheim ist/27.01.12
Schüler fragen einen Zeitzeugen//27.01.12
Sachsens früherer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Michael Beleites, kritisiert die Aufarbeitung der SED-Diktatur im Freistaat. In der Aufarbeitungszeitschrift »Horch-und-Guck« macht der 46-Jährige seinem Ärger Luft.
Im Dezember 2010 ging er in aller Stille. Sachsens Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, Michael Beleites. Nach zehn Jahren im Amt trat er nicht mehr an, räumte seinen Schreibtisch. Ohne Abschiedsfeier, ohne Würdigung seiner Dienstherrn, des sächsischen Justizministers Jürgen Martens oder von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Offenbar raucht es mächtig hinter den Kulissen. Seinem Zorn und seiner Kritik darüber, was seiner Meinung nach bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur schief läuft, machte Beleites erst jetzt, fast fünf Monate später, in einem Fachblatt, der Aufarbeitungszeitschrift »Horch-und-Guck« Luft. Sein ehemaliges Amt sei zur »Beute von Parteien" geworden. Die Aufarbeitungsinstitutionen insgesamt voll von »Karrieristen bar jeder inhaltlichen Motivation“, schreibt er darin.
Von den inzwischen mehreren tausend Historikern, Stasi-Aktenforschern, Museums- und Gedenkstättenmitarbeiterin und Vortragsreisenden und Journalisten, die sich in Ostdeutschland mit der Aufarbeitung der SED-Diktatur beschäftigten, lebten viele, so Beleites, "nicht für die Aufarbeitung, sondern von der Aufarbeitung". Es sei erschreckend, im welchem Umfange sich alte und neue Karrieristen bar jeder inhaltlichen Motivation der Aufarbeitungsinstitutionen bemächtigten", so Beleites. Kritisch sieht Beleites auch, dass Historiker und Journalisten versuchten, den Begriff »friedliche Revolution« zu verankern, während der Volksmund von der »Wende« spreche. Man müsse diesen Volksmund akzeptieren und es sei auch nicht so schlimm, so Beleites. Im Gegenteil: "Jeder politikwissenschaftlich halbwegs Gebildete weiß, dass der Unterschied zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung ein Kennzeichen von Diktaturen ist. Warum verwendet man gerade da, wo es um unsere Freiheit geht, so viel Aufwand dafür, einen Unterschied zwischen öffentlicher und veröffentlichter Wortwahl zu etablieren" ätzt Beleites weiter.
Enttäuscht zeigte sich Beleites auch, dass die in seinen Augen größte Gruppe der Opfer der kommunistischen Diktatur in Europa, die Bauern, die unter Enteignung bzw. Zwangskollektivierung litten, gesellschaftlich und medial so nicht wahrgenommen würden, vergeblich habe er sich jüngst zum 50. Jahrestag der Zwangskollektivierung bemüht, Politiker oder Journalisten zu motivieren, darüber zu reden, zu schreiben und zu informieren. Dabei sei eine ganze gesellschaftliche Gruppe von freien Bauern zu »Landproletariat« degradiert worden, was bis heute für weite Teile Ostdeutschlands ein Strukturproblem sei, meint Beleites, selbst gelernter Landwirt. Der gesamte Beitrag von Beleites ist unter http://www.horch-und-guck.info/hug/archiv/2010-2011/heft-71/07117/ nachzulesen.
Der »Neue« hat einen schweren Start
Alles in allem eine harte Abrechnung, die zu einem Zeitpunkt kommt, in dem der monatelange Grabenkrieg um die Neubesetzung des Amtes des Stasi-Landesbeauftragten endlich beendet scheint. Ende März wurde nach langem Streit und mit nur einer Stimme Mehrheit im Landtag der Berliner Schriftsteller und Bürgerrechtler Lutz Rathenow zum neuen Amtsinhaber gewählt. Die Bürgerrechtlerin Freya Klier, die insbesondere von vielen Vertretern der SED-Opferverbände und der einstigen Macher der Leipziger Montagsdemos favorisiert wurde, fiel knapp durch. Ihre Unterstützer warfen dem sächsischen Jusitzminister Jürgen Martens (FDP) vor, der Rathenow durchgeboxt hatte, parteipolitische Gründe hätten dabei die Hauptrolle gespielt. Kein leichter Start für Rathenow, neben der 2010 verstorbenen Bärbel Bohley und dem gerade zum Stasi-Aktenhüter gewählten Roland Jahn, einer der wichtigsten DDR-Oppositionellen der 80er Jahre, der sich nun bemühen muss, zunächst einmal wieder Frieden zu stiften. In der Diskussion ist auch, das Amt nach dem Vorbild von Brandenburg umzubenennen, in "Landesbeauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur" oder, wie Beleites das vorschlägt, in ein Amt für die Aufarbeitung der »Diktaturfolgen«, um die »regionalen Auswirkungen« beider deutscher Diktaturen, die Sachsen und ganz Ostdeutschland im 20. Jahrhundert ertragen mussten und deren gesellschaftliche Auswirkungen bis heute spürbar sind, ins Blickfeld zu nehmen.
Die Schelte für den Kritiker
Derweil muss Beleites auch Gegenwind ertragen. "Während seiner gesamten Amtszeit hat er dazu immer geschwiegen, wieso kommt er erst jetzt mit dieser Kritik?", fragt zum Beispiel Heinz Eggert, Präsident der Mitteldeutschen Fernsehakademie und 1989 selbst einst Bürgerrechtler, später CDU-Innenminister von Sachsen. "Gerade als Leiter einer Behörde, die sich für Menschen einsetzt, die zur DDR-Zeit besonders viel Mut gezeigt haben, hätte er doch auch den Mut haben können, sich zu beschweren, statt die ganze Zeit zu schweigen", so Eggert. Tobias Hollitzer, Leiter des ”Museums Runde Ecke», Sachsens meistbesuchter DDR-Gedenkstätte, wies die Kritik von Beleites in einigen Teilen zurück. Das Wort „Wende“ habe in der öffentlichen und wissenschaftlichen Diskussion nichts zu suchen, das habe nichts mit Zensur zu tun. Vielmehr werde das Wort »Wende« der historischen Dimension der Revolution von 1989 nicht gerecht. Hollitzer gab Beleites aber an dem Punkt recht, das Amt des Stasi-Landesbeauftragten sei »zum Spielball parteipolitischer Interessen« geworden, was dem Amt geschadet habe. Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP), der Dienstherr des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen,äußerte sich gegenüber SUPERillu ausweichend. "Ich stehe Vorstellungen über eine inhaltliche Neuausrichtung des Landesbeauftragten sehr aufgeschlossen gegenüber. Auch bei der Frage nach einer möglichen 'Anbindung' des Landesbeauftragten an den Sächsischen Landtag und bezüglich des Namens der Behörde sehe ich die Chance für einen breiten Konsens", so Martens zu SUPERillu.
Auch weit über Sachsens Landesgrenzen hinaus schlägt die Abrechnung von Beleites hohe Wellen. Martina Weyrauch, Leiterin der Brandenburger Landeszentrale für politische Bildung etwa meinte zu SUPERillu, man müsse diese Kritik auf jeden Fall konkret diskutieren, gerade weil sie in dieser Intensität vorgetragen wurde.
Zuletzt geändert am: 12.04.2011 um 09:43
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