Diskussion um
Diktaturenvergleich
Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär distanziert sich von
Diktaturenvergleich
Donnerstag, 18. Februar, 17:43 Uhr
Magdeburg (ddp-lsa). Im Zusammenhang mit einer
geplanten Fortbildungsveranstaltung für Lehrer hat sich der
Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben
(SPD), von einem Diktaturenvergleich distanziert. Eine Gleichsetzung
von NS-Verbrechen und SED-Diktatur sei mit dem Stiftungszweck der
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt unvereinbar, sagte Erben
am Donnerstag in Magdeburg. Er kündigte an, dass sich das
Innenministerium und die Stiftung Gedenkstätten nicht an der
Durchführung der Tagung beteiligen werden. Hintergrund ist
eine für März geplante Lehrerfortbildung mit dem
Thema «Diktaturvergleich als Methode der
Extremismusforschung», die die Friedrich-Naumann-Stiftung und
die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen in der
Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle
durchführen wollen.
Zuvor war scharfe
Kritik an der Veranstaltung laut geworden. Was als
«Diktaturenvergleich» angekündigt werde,
sei einseitig, geschichtsverfälschend und schon im Ansatz
für eine ernsthafte Geschichtsdebatte völlig
ungeeignet, betonten die Linkenpolitiker Gudrun Tiedge und Wulf
Gallert.
Der
Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der
Antifaschistinnen und Antifaschisten (VdN-BdA) in Sachsen-Anhalt,
Ulrich Freyberg, betonte, ein Vergleich der NS-Zeit mit der
Nachkriegsgeschichte verbiete sich. Das führe zur
Verharmlosung der Verbrechen des NS-Regimes.
(ddp)
http://de.news.yahoo.com/17/20100218/tsc-sachsen-anhalts-innenstaatssekretaer-fc81333.html
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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich
// 21.02.10 - 23:06
| Von: |
"Siegmar
Faust" <siegmar.faust@googlemail.com> |
| An: |
<Richard.Buchner@web.de> |
| Betreff: |
Re:
Kontroverse um Diktaturenvergleich |
| Datum: |
21. Feb
2010 23:06 |
Lieber Richard,
da kann ich Dir voll zustimmen. Wir sind uns bestimmt einig, dass ein
NS-Regime momentan keine Chance hat, wieder aufzuerstehen. aber wie
steht es mit den chinesischen Kommunisten, dem kambodschanischen, den
vietnamesischen, kubanischen, äthiopischen und anderen
kommunistischen Systemverbrechern auf Gottes weiter Erde? Was wird aus
Venezuela und Hugo Chavez? Da kann man doch die alte Nummer gerade im
neuesten Laborversuch "bewundern"!
Kompletter
Artikel unten:
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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich
// 21.02.10 - 07:45
Am 21. Februar 2010 07:45
schrieb <Richard.Buchner@web.de>:
Liebe Zeitzeugen, liebe Mitstreiter und Freunde,
Dank für diese Erinnerung an Ralph Giordano, der die
"Internationale der Einäugigen" verurteilt: Sehend auf dem
rechten Auge, auf dem linken Auge aber BLIND. Dieser Debatte
füge ich hinzu:
Wenn die Linkspartei sich herablässt, die Verbrechen der S E
D-Diktatur dadurch "reinzuwaschen" und schönzureden, dass sie
die Verbrechen des Nazi-Diktatur als "Alibi" benutzen will, dann ist
das schamlos und verlogen. Der Gipfel der Heuchelei.
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Artikel unten:
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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich
// 20.02.10 - 16:46
Liebe Kameraden,
ich empfinde es als als einen Skandal, dass Politiker der Linken und
deren Sympathisanten - leider auch in der SPD - es wagen mit der
wissenschaftlich unhaltbaren Begründung "einer
Unvergleichbarkeit" die Aufarbeitung der Vergangenheit zu behindern.
Ich zitiere noch einmal die Zeilen von Ralph Giordano aus seinem
Schreiben an mich:
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Artikel unten:
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Sachsen-Anhalts
Innenstaatssekretär distanziert sich von
Diktaturenvergleich // 18.02.10 - 17:43
Magdeburg (ddp-lsa). Im Zusammenhang mit
einer geplanten Fortbildungsveranstaltung für Lehrer hat sich
der Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben
(SPD), von einem Diktaturenvergleich distanziert. Eine Gleichsetzung
von NS-Verbrechen und SED-Diktatur sei mit dem Stiftungszweck der
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt unvereinbar, sagte Erben
am Donnerstag in Magdeburg. Er kündigte an, dass sich das
Innenministerium und die Stiftung Gedenkstätten nicht an der
Durchführung der Tagung beteiligen werden. Hintergrund ist
eine für März geplante Lehrerfortbildung mit dem
Thema «Diktaturvergleich als Methode der
Extremismusforschung», die die Friedrich-Naumann-Stiftung und
die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen in der
Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle
durchführen wollen.
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Artikel unten:
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SPD dringt erneut auf
Änderung des Gedenkstättengesetzes // 11.01.10
Die SPD-Fraktion begrüßt
die Rückkehr des Zentralrates der Juden in Deutschland in die
Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Nun
würden seitens der Staatsregierung konkrete Schritte erwartet,
sagte die stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin
der SPD-Fraktion, Eva-Maria Stange, am Freitag in Dresden.
http://www.ad-hoc-news.de
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Artikel unten:
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Von:
"Siegmar Faust" <siegmar.faust@googlemail.com>
An: <Richard.Buchner@web.de>
Betreff: Re: Kontroverse um
Diktaturenvergleich
Datum: 21. Feb 2010 23:06
Lieber Richard,
da kann ich Dir voll zustimmen. Wir sind uns bestimmt einig, dass ein
NS-Regime momentan keine Chance hat, wieder aufzuerstehen. aber wie
steht es mit den chinesischen Kommunisten, dem kambodschanischen, den
vietnamesischen, kubanischen, äthiopischen und anderen
kommunistischen Systemverbrechern auf Gottes weiter Erde? Was wird aus
Venezuela und Hugo Chavez? Da kann man doch die alte Nummer gerade im
neuesten Laborversuch "bewundern"! Es gibt nirgendwo eine humane
kommunistische, sozialistische Praxis. Kommunismus und
Humanität stehen (das hat das 20. Jahrhundert mit Zigmillionen
so oder so Ermordeter im Übermaß bewiesen)
aporetisch im Verhältnis zueinander. Humanität
unterstellt sich ethisch immer Gott und seiner Normativität
(AT, 10 Gebote). Das heißt: Eine Humanität ohne Gott
ist ein Widerspruch in sich selbst. (So habe ich jedenfalls Prof.
Wolffsohn verstanden.) Auch das hat das 20. Jahrhundert mit seinen
Versuchen in totaler Gottlosigkeit (bei Nazis und Kommunisten
gleichermaßen wie schon im Pilotprojekt Französische
Revolution) restlos bewiesen.
Durch den Vergleich beider totalitärer Diktaturtypen, den uns
der Magdeburger SPD-Staatssekretär unter dem Beifall der
LINKEN verbieten will, würde wahrscheinlich deutlich, dass der
Nationalsozialismus im Gegensatz zum Steinzeit-Kommunismus ein Projekt
der Moderne ist: nationalistisch bis in die Blut-und-Boden-Ideologie
und den Mutterkult hinein inspiriert von der Jakobiner-Revolution 1789,
imperial inspiriert von der Napoleon-Herrschaft (den Hitler bewunderte
und sein Grab im Invalidendom 1940 besuchte und davor
demütigst verharrte), rassisch inspiriert von Darwin, Haeckel
usw. sowie von der entsprechenden britischen Gedankenwelt des 19.
Jahrhunderts (der Stärkere setzt durch, sozial
schwächere Schichten dürfen sich nicht fortpflanzen
etc.), antisemitisch radikalisiert durch die entsprechenden Schriften
und Zeitungen von Henry Ford, USA (Fords Porträt hing in
seinem Arbeitszimmer im Braunen Haus in München). Zugleich
begeistert von der technologischen Moderne und konsumptiven
Massengesellschaft (Übernahme antisemitischer Stereotypen in
"Mein Kampf" aus Büchern von Ford sowie
Fließbandautoindustrie für alle in Form von VW). Der
engere Rassismus des National-Sozialismus hatte seine praktischen
Vorläufer in den USA: Den Juden in Deutschland Bänke,
Parks, Busabteile, Schwimmbäder usw. zu verbieten, das war
doch nicht originell, sondern das abgekupferte Modell aus den USA, den
Schwarzen gegenüber. Hitler war der wahre "Westler"
Deutschlands (wie Hanna Arendt es ja auch geschrieben hat mit anderen
Worten): Er wollte Deutschland in kürzester Zeit und mit
brachialer Gewalt so modern wie die USA machen, so skrupellos wie
Großbritannien in seiner Kolonialpolitik (nur nicht bei den
Afrikanern, sondern bei den Slawen), so rücksichtslos imperial
wie Frankreich. Und in Schweden, der Schweiz, England und anderen
hochzivilisierten europäischen Staaten war der
Euthanasiegedanke längst Praxis, als auch das Dritte Reich an
seine Umsetzung ging. Mit anderen Worten: Was die LINKEN aufbieten
gegen das NS-Regime, das wir alle ablehnen, ist die falsche
Erklärung. Der nationale Sozialismus war hochmodern,
hocheuropäisch und ästhetisch hochartifiziell. Bei
Vilhelm Flusser in dessen Geschichtsvorlesungen (S. Fischer) wird
dieser Gedankengang auf die logische Spitze getrieben. Das spezifisch
Deutsche daran war zweierlei: die Fähigkeit der Deutschen,
unter allen Systemen, die Ordnung und Gerechtigkeit behaupteten oder
versprachen, effizient zu arbeiten. Und das durch geschickte Propaganda
zu harten Zeiten suggerierte Bild, der nationale Sozialismus
würde das gute alte deutsche Kaiserreich und seinen Glanz und
seine Toleranz mehr oder weniger wieder rekonstruieren. Da haben sie
aber alle die Rechnung ohne den revolutionär-modernen Wirt
namens Hitler gemacht (der sich im übrigen
wortwörtlich als "Robert Koch der Weltgeschichte" verstand,
wie ich in einer Dokumentensammlung bei R. Hillberg fand). Dass die
brutale Rache-Orgie Versailles ein Hauptmotiv war, kommt noch hinzu.
(Wilson und andere vernünftige Westpolitiker haben davor
gewarnt!)
Über den Germanenfimmel von Himmler hat der Führer
sich nur amüsiert, und den Einwand von Himmler, dass es
ungermanisch sei, (vor allem jüdische) Frauen und Kinder
umzubringen, mit Argumenten von Saint-Just vom Tisch gewischt:
Naturgesetz, notwendig!
Auf dieser Grundlage muss diskutiert werden. Der Nationalsozialismus
ist wohl grundsätzlich und ein für allemal geschlagen
und geächtet. Der Kommunismus aber noch lange nicht. Das ist
die Aufgabe von uns Zeugen. Der Rest, der in unserem Land als
Antifa-Nummer gepflegt wird, ist kommunistische
Lügenpropaganda aus der ideologischen Suppenküche
Stalins, und die Bundesrepublik ist nachweisbar
spätkommunistisch (vor allem struktur-maoistisch) in seinen
Funktionseliten kontaminiert! Oder?
Das war das Wort zum Sonntag!
Herzlich,
Siegmar
Zuletzt geändert am: 11.03.2010 um 19:37
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