Diskussion um Diktaturenvergleich

Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär distanziert sich von Diktaturenvergleich

Magdeburg (ddp-lsa). Im Zusammenhang mit einer geplanten Fortbildungsveranstaltung für Lehrer hat sich der Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben (SPD), von einem Diktaturenvergleich distanziert. Eine Gleichsetzung von NS-Verbrechen und SED-Diktatur sei mit dem Stiftungszweck der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt unvereinbar, sagte Erben am Donnerstag in Magdeburg. Er kündigte an, dass sich das Innenministerium und die Stiftung Gedenkstätten nicht an der Durchführung der Tagung beteiligen werden. Hintergrund ist eine für März geplante Lehrerfortbildung mit dem Thema «Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung», die die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen in der Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle durchführen wollen.


Zuvor war scharfe Kritik an der Veranstaltung laut geworden. Was als «Diktaturenvergleich» angekündigt werde, sei einseitig, geschichtsverfälschend und schon im Ansatz für eine ernsthafte Geschichtsdebatte völlig ungeeignet, betonten die Linkenpolitiker Gudrun Tiedge und Wulf Gallert.

 

Der Vorsitzende der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VdN-BdA) in Sachsen-Anhalt, Ulrich Freyberg, betonte, ein Vergleich der NS-Zeit mit der Nachkriegsgeschichte verbiete sich. Das führe zur Verharmlosung der Verbrechen des NS-Regimes.

(ddp)


http://de.news.yahoo.com/17/20100218/tsc-sachsen-anhalts-innenstaatssekretaer-fc81333.html
 

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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich // 21.02.10 - 23:06
Von: "Siegmar Faust" <siegmar.faust@googlemail.com>
An: <Richard.Buchner@web.de>
Betreff: Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich
Datum: 21. Feb 2010 23:06

Lieber Richard,

da kann ich Dir voll zustimmen. Wir sind uns bestimmt einig, dass ein NS-Regime momentan keine Chance hat, wieder aufzuerstehen. aber wie steht es mit den chinesischen Kommunisten, dem kambodschanischen, den vietnamesischen, kubanischen, äthiopischen und anderen kommunistischen Systemverbrechern auf Gottes weiter Erde? Was wird aus Venezuela und Hugo Chavez? Da kann man doch die alte Nummer gerade im neuesten Laborversuch "bewundern"!


Kompletter Artikel unten:

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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich // 21.02.10 - 07:45
Am 21. Februar 2010 07:45 schrieb <Richard.Buchner@web.de>:


Liebe Zeitzeugen, liebe Mitstreiter und Freunde,

Dank für diese Erinnerung an Ralph Giordano, der die "Internationale der Einäugigen" verurteilt: Sehend auf dem rechten Auge, auf dem linken Auge aber BLIND. Dieser Debatte füge ich hinzu:
Wenn die Linkspartei sich herablässt, die Verbrechen der S E D-Diktatur dadurch "reinzuwaschen" und schönzureden, dass sie die Verbrechen des Nazi-Diktatur als "Alibi" benutzen will, dann ist das schamlos und verlogen. Der Gipfel der Heuchelei.



Kompletter Artikel unten:

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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich // 20.02.10 - 16:46



Liebe Kameraden,

ich empfinde es als als einen Skandal, dass Politiker der Linken und deren Sympathisanten - leider auch in der SPD - es wagen mit der wissenschaftlich unhaltbaren Begründung "einer Unvergleichbarkeit" die Aufarbeitung der Vergangenheit zu behindern. Ich zitiere noch einmal die Zeilen von Ralph Giordano aus seinem Schreiben an mich:


Kompletter Artikel unten:

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Sachsen-Anhalts Innenstaatssekretär distanziert sich von Diktaturenvergleich // 18.02.10 - 17:43


Magdeburg (ddp-lsa). Im Zusammenhang mit einer geplanten Fortbildungsveranstaltung für Lehrer hat sich der Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben (SPD), von einem Diktaturenvergleich distanziert. Eine Gleichsetzung von NS-Verbrechen und SED-Diktatur sei mit dem Stiftungszweck der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt unvereinbar, sagte Erben am Donnerstag in Magdeburg. Er kündigte an, dass sich das Innenministerium und die Stiftung Gedenkstätten nicht an der Durchführung der Tagung beteiligen werden. Hintergrund ist eine für März geplante Lehrerfortbildung mit dem Thema «Diktaturvergleich als Methode der Extremismusforschung», die die Friedrich-Naumann-Stiftung und die Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen in der Gedenkstätte «Roter Ochse» in Halle durchführen wollen.

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SPD dringt erneut auf Änderung des Gedenkstättengesetzes // 11.01.10


Die SPD-Fraktion begrüßt die Rückkehr des Zentralrates der Juden in Deutschland in die Stiftung Sächsische Gedenkstätten. Nun würden seitens der Staatsregierung konkrete Schritte erwartet, sagte die stellvertretende Vorsitzende und kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Eva-Maria Stange, am Freitag in Dresden.


http://www.ad-hoc-news.de


Kompletter Artikel unten:

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Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich // 21.02.10 - 23:06

Veröffentlicht von () am 11.03.2010
Diskussion um Diktaturenvergleich >>
Von:    "Siegmar Faust" <siegmar.faust@googlemail.com>
An:    <Richard.Buchner@web.de>
Betreff:    Re: Kontroverse um Diktaturenvergleich
Datum:    21. Feb 2010 23:06


Lieber Richard,
da kann ich Dir voll zustimmen. Wir sind uns bestimmt einig, dass ein NS-Regime momentan keine Chance hat, wieder aufzuerstehen. aber wie steht es mit den chinesischen Kommunisten, dem kambodschanischen, den vietnamesischen, kubanischen, äthiopischen und anderen kommunistischen Systemverbrechern auf Gottes weiter Erde? Was wird aus Venezuela und Hugo Chavez? Da kann man doch die alte Nummer gerade im neuesten Laborversuch "bewundern"! Es gibt nirgendwo eine humane kommunistische, sozialistische Praxis. Kommunismus und Humanität stehen (das hat das 20. Jahrhundert mit Zigmillionen so oder so Ermordeter im Übermaß bewiesen) aporetisch im Verhältnis zueinander. Humanität unterstellt sich ethisch immer Gott und seiner Normativität (AT, 10 Gebote). Das heißt: Eine Humanität ohne Gott ist ein Widerspruch in sich selbst. (So habe ich jedenfalls Prof. Wolffsohn verstanden.) Auch das hat das 20. Jahrhundert mit seinen Versuchen in totaler Gottlosigkeit (bei Nazis und Kommunisten gleichermaßen wie schon im Pilotprojekt Französische Revolution) restlos bewiesen.
Durch den Vergleich beider totalitärer Diktaturtypen, den uns der Magdeburger SPD-Staatssekretär unter dem Beifall der LINKEN verbieten will, würde wahrscheinlich deutlich, dass der Nationalsozialismus im Gegensatz zum Steinzeit-Kommunismus ein Projekt der Moderne ist: nationalistisch bis in die Blut-und-Boden-Ideologie und den Mutterkult hinein inspiriert von der Jakobiner-Revolution 1789, imperial inspiriert von der Napoleon-Herrschaft (den Hitler bewunderte und sein Grab im Invalidendom 1940 besuchte und davor demütigst verharrte), rassisch inspiriert von Darwin, Haeckel usw. sowie von der entsprechenden britischen Gedankenwelt des 19. Jahrhunderts (der Stärkere setzt durch, sozial schwächere Schichten dürfen sich nicht fortpflanzen etc.), antisemitisch radikalisiert durch die entsprechenden Schriften und Zeitungen von Henry Ford, USA (Fords Porträt hing in seinem Arbeitszimmer im Braunen Haus in München). Zugleich begeistert von der technologischen Moderne und konsumptiven Massengesellschaft (Übernahme antisemitischer Stereotypen in "Mein Kampf" aus Büchern von Ford sowie Fließbandautoindustrie für alle in Form von VW). Der engere Rassismus des National-Sozialismus hatte seine praktischen Vorläufer in den USA: Den Juden in Deutschland Bänke, Parks, Busabteile, Schwimmbäder usw. zu verbieten, das war doch nicht originell, sondern das abgekupferte Modell aus den USA, den Schwarzen gegenüber. Hitler war der wahre "Westler" Deutschlands (wie Hanna Arendt es ja auch geschrieben hat mit anderen Worten): Er wollte Deutschland in kürzester Zeit und mit brachialer Gewalt so modern wie die USA machen, so skrupellos wie Großbritannien in seiner Kolonialpolitik (nur nicht bei den Afrikanern, sondern bei den Slawen), so rücksichtslos imperial wie Frankreich. Und in Schweden, der Schweiz, England und anderen hochzivilisierten europäischen Staaten war der Euthanasiegedanke längst Praxis, als auch das Dritte Reich an seine Umsetzung ging. Mit anderen Worten: Was die LINKEN aufbieten gegen das NS-Regime, das wir alle ablehnen, ist die falsche Erklärung. Der nationale Sozialismus war hochmodern, hocheuropäisch und ästhetisch hochartifiziell. Bei Vilhelm Flusser in dessen Geschichtsvorlesungen (S. Fischer) wird dieser Gedankengang auf die logische Spitze getrieben. Das spezifisch Deutsche daran war zweierlei: die Fähigkeit der Deutschen, unter allen Systemen, die Ordnung und Gerechtigkeit behaupteten oder versprachen, effizient zu arbeiten. Und das durch geschickte Propaganda zu harten Zeiten suggerierte Bild, der nationale Sozialismus würde das gute alte deutsche Kaiserreich und seinen Glanz und seine Toleranz mehr oder weniger wieder rekonstruieren. Da haben sie aber alle die Rechnung ohne den revolutionär-modernen Wirt namens Hitler gemacht (der sich im übrigen wortwörtlich als "Robert Koch der Weltgeschichte" verstand, wie ich in einer Dokumentensammlung bei R. Hillberg fand). Dass die brutale Rache-Orgie Versailles ein Hauptmotiv war, kommt noch hinzu. (Wilson und andere vernünftige Westpolitiker haben davor gewarnt!)
Über den Germanenfimmel von Himmler hat der Führer sich nur amüsiert, und den Einwand von Himmler, dass es ungermanisch sei, (vor allem jüdische) Frauen und Kinder umzubringen, mit Argumenten von Saint-Just vom Tisch gewischt: Naturgesetz, notwendig!
Auf dieser Grundlage muss diskutiert werden. Der Nationalsozialismus ist wohl grundsätzlich und ein für allemal geschlagen und geächtet. Der Kommunismus aber noch lange nicht. Das ist die Aufgabe von uns Zeugen. Der Rest, der in unserem Land als Antifa-Nummer gepflegt wird, ist kommunistische Lügenpropaganda aus der ideologischen Suppenküche Stalins, und die Bundesrepublik ist nachweisbar spätkommunistisch (vor allem struktur-maoistisch) in seinen Funktionseliten kontaminiert! Oder?
Das war das Wort zum Sonntag!
Herzlich,
Siegmar



 

Zuletzt geändert am: 11.03.2010 um 19:37

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