Zeitzeugen für Doktorarbeit gesucht

 

 

Für eine umfangreiche wissenschaftliche Studie (Doktorarbeit) bin ich permanent auf der Suche nach Zeitzeugen. Die Dissertation beschäftigt sich mit der Thematik: „Der Grenz- und Transitverkehr in Thüringen im Kontext der deutschen Entspannungspolitik“.

 

 

Mich interessieren deshalb Informationen folgender Personenkreise, die im besonderen Blickpunkt der damaligen Sicherheitskräfte (vor allem der ehemaligen MfS-Hauptabteilung VI) standen:

 

 

• Erlebnisse zu Abfertigung und Kontrolle privater und beruflicher Transitreisender im grenzüberschreitenden Verkehr (Paß- und Zollkontrolle)

Überwachung von deutsch-deutschen Familientreffen an den Transitstrecken

Dokumentieren des allgemeinen Verhaltens der Transitreisenden während des DDR-Aufenthaltes (zum Beispiel an Tankstellen, Raststätten, in Hotels und beim Intershop-Einkauf)

• Berichte von BRD- und Westberliner Touristen, die in DDR-Hotels (vor allem Interhotels) oder auf Campingplätzen übernachteten und deren Kontaktaufnahme zu DDR-Bürgern verhindert wurde

• Transitreisende, die der Straftat oder Mißbrauchshandlung auf den Transitwegen bezichtigt wur-den

• Thüringer, deren Fluchtvorhaben über sozialistische Staaten oder über den organisierten Tourismus in westliche Staaten vereitelt wurden

• Verhinderte Fluchtvorhaben, die nachweislich auf Observations- und Kontrollmaßnahmen der Hauptabteilungen VI und/oder VIII zurückzuführen sind

• Thüringer, die an den Massenfluchten im Sommer/Herbst 1989 (auch über Sopron/Ungarn) beteiligt waren

Thüringer, die zu den Botschaftsbesetzern in Prag und Warschau gehörten und in Sonderzügen der Deutschen Reichsbahn über die DDR ausreisten

• Mitglieder sogenannter Schleuserorganisationen sowie Fluchthelfer

• BRD- oder Westberliner Bürger, die an der innerdeutschen Grenze zurückgewiesen wurden und nicht in die DDR einreisen durften

• Passagiere und Flugpersonal, die sich an Bord der mir bekannten 4 versuchten Flugzeugentführungen auf der Linie Erfurt-Berlin bzw. Berlin-Erfurt befanden (April 1971, 13. 8. 1971, 10. 1. 1980, 30. 1. 1980)

• Sicherung des Reise- und Touristenverkehrs von DDR-Bürgern in andere sozialistische Staaten

• Einreisende Persönlichkeiten des politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens der BRD und West-Berlins

Gruppen- und Einzelreisende aus der BRD und West-Berlin, die sportliche und kulturelle Veranstaltungen in der DDR besuchten.

• Westliche Reiseveranstalter, die Reisen in die DDR und das sozialistische Ausland organisierten

• Tatsachenberichte freigekaufter politischer Häftlinge über den Transport durch Thüringen nach Gießen

• Alltagsberichte über das Leben in der Fünf-Kilometer-Sperrzone

• Thüringer, die zu privaten Besuchs-, Dienst- oder touristischen Reisen in die BRD, nach West-Berlin oder in westliche Staaten fahren durften

 • Ehemalige Teilnehmer am „Polittourismus“, als dessen Hauptorganisatoren die systemtragenden Parteien der BRD, die ihnen nahe stehenden Stiftungen, die Landeszentralen für politische Bildung sowie die verschiedensten Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Ostforschungsinstitute und Akademien ausgemacht wurden

• Mitarbeiter der damaligen BRD-Grenzkontroll- und Zollstellen zu Thüringen, die systematisch vom MfS aufgeklärt wurden

• Ehemalige DDR-Zollangehörige, deren Fluchtvorhaben aufgeklärt, verhindert und abgestraft wurden.

 

 

Die Hauptabteilung VI war mit der kompletten Kontrolle und Abfertigung des Grenz- und Transitverkehrs betraut. Die Hauptabteilung VIII übernahm dabei die Observation von Personen (Film- und Fotoaufnahmen) im grenzüberschreitenden Reiseverkehr.

 

Die zeitliche Einschränkung ist 1970-1990. Der regionale Schwerpunkt der Betrachtung liegt stets auf Thüringen. Kontaktaufnahme bitte unter schopf.rauhe@gmx.de oder über Harry Hinz vom Netzwerk Stasiopfer-Selbsthilfe e. V. Kontakt siehe Impressum oder kuehne-hinz@t-online.de


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