Die Partei „Die Linke" im Arnstädter Stadtrat lehnte das Denkmal ab und bezog bei der Eröffnung des Denkmals Position gegen die Verdrehung der Geschichte und die Instrumentalisierung der Opfer des Stalinismus. Die Partei „Die Linke" im Arnstädter Stadtrat Die unbekannten Aktivist_innen sahen das wohl ähnlich.
Wir möchten als außerparlamentarische Gruppe den Versuch wagen diese Aktion inhaltlich zu vermitteln. Denn auch wir sehen einige Kritikpunkte an dem Denkmal in seiner jetzigen Form. Wir möchten dabei zu keinem Zeitpunkt leugnen, dass es die Opfer des DDR-Staatsterrors gegeben hat. Die Repression, Unfreiheit und Überwachung durch den Staatsapparat der DDR verurteilen wir ebenso scharf, wie die sich verschärfenden Sicherheits- und Überwachungsgesetze der BRD.
Erstens
Die pauschale Aburteilung einer Idee, nämlich die des Kommunismus, lehnen wir ab, denn die DDR war alles andere als der Kommunismus. Das sieht jeder der sich nur oberflächlich mit der Theorie von Karl Marx und Friedrich Engels beschäftigt. Ein „Verein freier Menschen" (Marx) existierte in der DDR ebenso wenig wie eine „Assoziation, worin die freie Entwicklung eines jeden die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist" (aus: Manifest der Kommunistischen Partei von Karl Marx und Friedrich Engels). Die individuelle Freiheit des Einzelnen als eine Voraussetzung für die freie Entwicklung aller, gab es in der DDR nicht.
Der Kommunismus zielt auf die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise. Diese war in der DDR zu keiner Zeit überwunden, sondern statt durch freie Unternehmen und den Markt, durch den Staat gesteuert. Dies führte zu Misswirtschaft und fehlender wirtschaftlicher Effektivität. Die DDR und ihr Staatskapitalismus wurde im internationalen Konkurrenzkampf durch den Westen abgehangen und anstatt sich zu reflektieren, mauerte sich die DDR bekanntlich ein und gab die Freiheit preis, die für den Kommunismus eine Grundvoraussetzung sein sollte.verhältnisse von immer mehr Menschen, kann die Aneignung der Marx’schen Kritik ein Schritt in Richtung der Überwindung des Kapitalismus sein. Wenn der Kapitalismus erfordert, dass 1/6 der Menschheit hungern muss, dann ist es Zeit über seine Aufhebung nachzudenken. Die Marktwirtschaft ist längst nicht so alternativlos, wie sie von der herrschenden Politik dargestellt wird. Die kommunistische Theorie könnte, richtig verstanden als die Theorie von der Aufhebung des Kapitalismus, dabei hilfreich sein.
In Zeiten, in denen die kapitalistische Verwertungslogik fast alle Lebensbereiche durchdringt, in Zeiten der um sich greifenden Finanzkrisen, der Prekarisierung der Lebens
Ganz im Sinne von Karl Marx und Friedrich Engels: "Der Kommunismus ist für uns nicht ein Zustand, der hergestellt werden soll, ein Ideal, wonach die Wirklichkeit sich zu richten haben [wird]. Wir nennen Kommunismus die wirkliche Bewegung, welche den jetzigen Zustand aufhebt." (aus: Die deutsche Ideologie von Marx/Engels)
Zweitens
Rechts-Konservative Politiker, wie Arnstadts Bürgermeister Hans-Christian Köllmer, seine Fraktion und Waffenlobby nutzen das Denkmal für die antikommunistische Generalabrechnung mit den Befreiern aus der Anti-Hitler-Koalition. Nicht zufällig wählten sie den Ort vor der ehemaligen Kommandantur der Roten Armee. Sie deuten das Ende des Nationalsozialismus zum Beginn einer neuen Schreckensherrschaft um. Die Andeutung dieser Kontinuität des Terrors relativiert den Holocaust und deutschen Vernichtungskrieg.der gewählten Zeitspanne 1945-89. Viele deutsche Juden und Widerstandskämpfer, die vor dem Faschismus ins sowjetische Exil flüchteten, starben unter der stalinistischen Terrorherrschaft schon vor ‘45.
Köllmer möchte eine Umdeutung der Geschichte zu Gunsten der Deutschen, in dem er die Ostdeutschen zu Opfern der Sowjetunion erklärt und den Kontext des deutschen Vernichtungskrieges und des Holocaust verleugnet. Nichts anderes müssen sich die unbekannten Aktivist_innen vor einigen Tagen gedacht haben, als sie „Gegen Geschichtsrevisionismus" an den Gedenkstein sprühten.
Dass es Köllmer und co. nicht um Opfer von Gewalt ging, zeigt sich nicht zuletzt an der gewählten Zeitspanne 1945-89. Viele deutsche Juden und Widerstandskämpfer, die vor dem Faschismus ins sowjetische Exil flüchteten, starben unter der stalinistischen Terrorherrschaft schon vor ‘45.
Köllmer möchte eine Umdeutung der Geschichte zu Gunsten der Deutschen, in dem er die Ostdeutschen zu Opfern der Sowjetunion erklärt und den Kontext des deutschen Vernichtungskrieges und des Holocaust verleugnet. Nichts anderes müssen sich die unbekannten Aktivist_innen vor einigen Tagen gedacht haben, als sie „Gegen Geschichtsrevisionismus" an den Gedenkstein sprühten.
Fazit
Wir stellen die Verbrechen des Stalinismus nicht in Frage. Die Unfreiheit und Repression in der DDR jedoch sind alles andere als die Wesensmerkmale des Kommunismus. Wir verurteilen jede Form des Geschichtsrevisionismus und der Relativierung der einzigartigen Verbrechen Nazideutschlands. Das Denkmal in seiner jetzigen Form steht nicht nur für die Relativierung dessen, sondern für die Verächtlichmachung der kommunistischen Theorie.
Die Verächtlichmachung der kommunistischen Theorie
wird ja von den "Verschönerern" des Gedenksteins selbst betrieben.
In dem sie sich Praktiken bedienen, die sehr an die Zeit von 1938 erinnern,
als Gedenksteine und Anderes von der anderen Sozialismus-Art, dem Nationalsozialismus beschmiert wurden.
Auch kann man Verfolgung durch Kommunisten nicht auf die Ära Stalin begrenzen.
Bereits mit Beginn der Oktoberrevoulution begann das Morden.
Dann darf man sich wohl berechtigt fragen, ob es mit Stalin zu Ende war?
Wer macht die "kommunistische Theorie" verächtlicher als wie der Kommunismus der jetzigen Zeit in der sogenannten Volksrepublik China und in anderen Pseudosozialistischen Staaten?
Milliardäre, Bettler und Wanderarbeiter in einer Volksrepublik?
Dazu passt dann auch besonders perfide, dass ehemalige MfS-Mitarbeiter sich als sogenannte Detektive
niedergelassen haben und / oder sich jetzt im ganzen Deutschland als Gangstalking-Täter betätigen.
Gelernt ist gelernt.
Harry Hinz, 1. Vorsitzender Netzwerk Stasiopfer Selbsthilfe e.V., am 15.01.2008